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aok:sonstiges:smd

SMD-Löten

Die Platine mit Bauteilen zu bestücken erfordert Geduld und ein wenig Fingerspitzengefühl wegen der kleinen Bauteile.

Vorabinformationen

Vorab noch eine kleine Anmerkung zur Bauteilbeschriftung. SMD-Kondensatoren haben i.A. keinen Aufdruck, SMD-Widerstände haben ihre Werte aufgedruckt. Der Aufdruck ist wie folgt zu interpretieren: Die vorderen Ziffern multipliziert mit der Zehnerpotenz der letzten Ziffer = der Wert des Widerstandes. Also z.B. Aufdruck = 183 bedeutet 18 x 10hoch3 = 18 x 1000 = 1,8 kOhm. Oder z.B. Aufdruck = 3300 bedeutet 330 x 10hoch0 = 330 x 1 = 330 Ohm. Oder z.B. Aufdruck = 6R8 bedeutet 6,8 Ohm.

Löten

Eine Lötkolbentemperatur von 340° C hat sich bewährt, die Lötspitze reinigt man am besten mit einem leicht angefeuchtet Schwamm. Die angegeben Spitzengrößen sind ledigliche Verwendungsbeispiele

Mit einer kleinen Lötspitze kann man die Pins des Prozessors gerade noch einzeln löten, das ist aber nicht unbedingt notwendig um den Prozessor funktionsfähig mit der Platine zu verbinden. Für etwas größere SMD-Bauteile oder zum Löten auf etwas größeren Lötpunkten nimmt man die 1,2mm-Spitze und für noch größere Lötpunkte bzw. Bauteile sowie zum Entlöten mit der Lötsauglitze die 2,4mm breite.

SMD-Bauteil in der gängigen Dimension 0805 (= 0,8 x 0,5 Zoll = 2 x 1,3mm) löten: Zuerst auf einen Lötpad etwas Lötzinn aufbringen. Dann etwas Lötpaste aufbringen, den Bauteil mit einer Pinzette positionieren und gleichzeitig an der einen Seite auflöten. Dabei ist es hilfreich, wenn sich etwas Lötzinn auf der Lötspitze befindet. Dann die andere Seite löten.

Bauteile mit mehreren Anschlüssen: wie oben erst auf einen Pad etwas Zinn aufbringen, Bauteil sorgfältig positionieren und niederhalten (mit einem Zahnstocher z.B.), diesen ersten Pin anlöten. Dann den Pin an der gegenüberliegenden Seite löten, dann die restlichen.

Am schwierigsten zu löten ist der Prozessor. Zunächst wie im vorigen Absatz beschrieben positionieren. Dann kann man die Pins einzeln löten: etwas Flußmittel auf Pin und Lötpad (mit einer Nähnadel), etwas Zinn auf die Lötspitze auftragen und dann die Lötspitze an Pin/Pad halten. Oder über alle Pins einer Reihe relativ brutal drüberlöten, dabei mit dem Lötkolben an den Pinspitzen entlangfahren und dann das überschüssige Zinn mit der Lötsauglitze absaugen, dies eher an den Pinwurzeln entlang. So vermeidet man, dass zu viel Zinn abgesaugt wird und die Pins sich wieder entlöten. Unbedingt vorher an einer Schrott-Platine üben.

Nach dem Löten der Pins des Prozessors die Lötstellen mit dem Leiterplattenreiniger vom Flußmittel reinigen, um die Lötstellen auf Brücken und 'kalte Lötstellen' mit einer starken Lupe kontrollieren zu können.

Entlöten

Am besten entlötet man einen Bauteil, indem man die Lötstellen mit Heißluft aufheizt und dann den Bauteil mit einer Pinzette abhebt. Dazu benötigt man eine spezielle Heißluft-Entlötstation mit kleiner Düse, wie z.B. AOYUE 852. Eine andere Möglichkeit ist eine regelbare (Temperatur und Luftstrom) Heißluftpistole aus dem Baumarkt mit einer möglichst kleinen Düse (z.B. Steinel HG 2310 LCD mit Reduzierdüse 9mm). Zum Entlöten auf 400°C einstellen. Die Heißluftgeräte sind auch zum schrumpfen von Schrumpfschläuchen (200°C) sehr praktisch.

Lötübungen

Wenn man noch nie SMD-Bauteile gelötet hat, empfehle ich dringend, vor dem Bestücken der Platinen einige (viele!) Lötübungen zu machen. Dafür eignet sich eine SMD-Platine aus einem defekten Gerät. Einige Bauteile entlöten: Mit der Heißluftpistole die Lötstellen erhitzen und mit einer Pinzette den Bauteil abheben. Jetzt die Lötpads mit Lötsauglitze vom Zinn befreien und anschließend die Bauteile wieder auflöten. Nicht vergessen mit Chips ähnlich dem Prozessor zu üben! Der Prozessor ist am weitaus schwierigsten zu löten.

Vorsicht im Umgang mit den winzigen Bauteilen, sie hüpfen einem leicht von der Pinzette, und nur mit Glück kann man sie dann wiederfinden …

Weblinks

aok/sonstiges/smd.txt · Last modified: 11.08.2012 23:27 by opa_michi